SCHAMANISMUS - Was ist das?

Schamanismus ist die älteste Heilkunst und bezieht sich auf spirituelle Methoden und Praktiken, die unsere Vorfahren mit dem Ziel der Heilung, der persönlichen Ermächtigung und Konfliktlösung, vor Tausenden von Jahren entwickelt haben. Es ist ein tiefes Verständnis, das mit der Natur verwurzelt ist. Der Schamanismus bietet uns eine Reihe von Techniken, um mit unserer tiefsten Realität in Kontakt zu treten und unsere Verbindung mit der Natur und dem Kosmos wiederzuentdecken.

Traditioneller Schamanismus wurde und wird in vielen indigenen Kulturen auf der ganzen Welt praktiziert. Die westliche Kultur verlor jahrhundertelang ihre Verbindung zum schamanischen Wissen aufgrund religiöser Unterdrückung, die uns von unserem spirituellen Erbe distanzierte. Im schamanischem Verständnis wird die sichtbare Welt von unsichtbaren Kräften beeinflusst, die alle Erscheinungsformen des Lebens betreffen. Und mit diesem direkten Wissen um das Unsichtbare wird das Sichtbare verstanden und Antworten und Lösungen für alle Aspekte des Lebens gefunden. In gewisser Weise besteht Schamanismus darin, in ständiger Balance mit der Natur und mit sich selbst zu leben. In der schamanischen Weltanschauung ist alles miteinander verbunden und voller Leben.

Schamanismus ist kein Glaubenssystem oder religiöses Konzept. Der schamanische Weg ist ein Weg der Heilung, der uns zurück zum Wesenskern unserer Seele führt. Es ist ein Weg der Wahrheit, der uns hilft, unsere Wahrheit zu finden und damit andere Wahrheiten zu respektieren. 

Im Jahre 1980 wurde dem Schamanismus von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) bei der Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen dieselbe Bedeutung zuerkannt wie der westlichen Medizin. Wünschenswert ist eine Annäherung der Schulmedizin und des Schamanismus mit gegenseitigem Respekt und Wertschätzung. So gibt es schon Pilotprojekte, wo beide Traditionen (Schamanen und Ärzte) nicht gegeneinander, sondern miteinander und sich gemeinsam, mit ihren jeweiligen Kräften und Möglichkeiten, für die Patienten einsetzen.  

Was ist ein Schamane?

 

Ein Schamane ist ein Mann oder eine Frau, der/die willentlich in einen anderen Bewusstseinszustand eintritt, um mit einer verborgenen Wirklichkeit in Berührung zu kommen und sie auszuwerten, um Wissen, Kraft und Hilfe für andere zu erhalten. In vielen indigenen Kulturen ist die Bezeichnung Schamane nicht gebräuchlich - hier werden die sogenannten Schamanen eher als Heiler, Medizinmänner und -frauen, Curanderos und Curanderas, Paqos, Pampamesayoks und Nustas, Uwishins, Yachaks, Marakame, usw. bezeichnet. 

Schamanen sind Hüter und Botschafter eines zeitlosen uralten Wissens, Wanderer zwischen den verschiedenen Bewusstseinswelten, Grenzgänger zwischen Tradition und Moderne und Vermittler zwischen dem Diesseits und den Kräften der Anderswelt. Ein Schamane betrachtet das Leben unter einem ganzheitlichen Aspekt und besitzt einen Zugang für die Sicht auf die Wirklichkeit, der nicht durch die Eingrenzung des eigenen Geistes behindert wird.

Zum Schamanen kann eine Frau oder ein Mann irgendwann im Leben spontan berufen werden, sogar gegen den eigenen Willen. Manchmal wird diese Aufgabe auch aktiv gesucht. Oder die Familie/der Stamm trägt den Wunsch an ein Mitglied heran, es möge sich für eine solche Funktion bereit finden. Auch können ältere Schamanen, die ihre Kraft schwinden fühlen, ein Mitglied ihrer Gruppe als Nachfolger erwählen.
Manchmal sind es besondere Vorzeichen in der Schwangerschaft der Mutter und bei der Geburt, durch welche die Berufung angezeigt wird. Bei anderen sind es Träume und Visionen in spontan auftretenden besonderen Bewusstseinszuständen. Häufig sind es besondere Krisen, Leiden, Nöte, Krankheiten, welche den zum Schamanen berufenen Menschen auf diesen Weg zwingen.

In den meisten Kulturen erfordert das Werden eines Schamanen einen Prozess, der durch längere Perioden der Einsamkeit und Isolation gekennzeichnet ist. Meist sind gerade Menschen, die die Berufung des Schamanen in sich tragen, jene, die durch schwere Leiden gegangen sind und den Weg zur Genesung fanden. Im Laufe der Zeit, erkennt der Schamane durch den eigenen Heilwerdungsprozess, wie er auch anderen helfen kann.

In der Einweihung erfolgt das Eigentliche und Wesentliche der schamanischen Befähigung: die Übertragung der Kraft. Diese Kraft, diese Macht ermöglicht es dem Schamanen, Diener der außermenschlichen, übernatürlichen Mächte zu sein und gleichzeitig auch als menschlicher Vertreter diesen außermenschlichen Kräften gegenüberzutreten.

 

​Die Bedeutung von Krankheit aus schamanischer Sicht

In unserer westlichen Welt legen wir den Fokus bei einer Krankheit oft an die falsche Stelle. Wir beschäftigen uns mehr mit den Symptomen der Krankheit und versuchen diese mit Hilfe von Medikamenten und Operationen in den Griff zu bekommen oder zumindest zu lindern, statt uns ebenso mit der Prävention, der Ursache oder auch mit der aktuellen Lebensführung und damit der Basis unseres Lebens zu beschäftigen.

Krankheit wird je nach Kultur anders konzipiert, verweist aber bei indigenen Gruppen weltweit auf eine gestörte Ordnung. Man wird also krank, wenn die spirituelle, soziale oder natürliche Welt außer Balance ist. Somit entsteht nach schamanischem Verständnis Krankheit dort, wo der Mensch nicht im Gleichklang, nicht in Harmonie mit seiner Kraft ist. Schamanen auf der ganzen Welt sehen Krankheit stets als spirituelle Komplikation - als Verlust eines Seelenanteils oder als Unausgeglichenheit der essenziellen Energie des Menschen. Gesundheit stellt sich als ein Gleichgewicht dieses Energiesystems dar. Störungen entstehen durch ein Ungleichgewicht oder Fehlplatzierungen von Energie im Körper.

Krankheit ist nicht der Feind, sondern ist ein äußerst strenger Lehrmeister und eine Möglichkeit, seelische Vertiefung und ein tieferes Heilsein zu erfahren. Ein Schamane sieht in die Seelenebene hinein, wo das, was wir als energetische Prozesse und psychosomatische Symptome erleben, wesenhaft wird. Er behandelt dieses Wesenhafte, die Disharmonie. Der Schamane muss die Kraft haben, die Krankheit herauszusaugen, herauszuziehen oder herauszuräuchern und er muss sie auch entsorgen können. Was der Schamane macht, ist gerade das Gegenteil von dem, was viele moderne Ärzte tun. Schamanen ersetzen aber auf keinen Fall eine ärztliche Betreuung. Eine schamanische Heilbehandlung sollte als Ergänzung und Hilfe zur Selbstheilung gesehen werden.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die schamanische Heilkunde im Gegensatz zur Schulmedizin einem kranken Organismus und dem ihm innewohnenden "Geist" Energien, Schwingungen und Informationen zufügt, um so psychische und körperliche Disharmonien auszugleichen und damit eine Selbstheilung einzuleiten.

Cheyenne Lies-Marie Hafner & Andreas Wilhelmer
Stangersdorf 30
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